Der schlauste Mann der Welt
Ich bin ein großer Fan von Andreas Eschbach und habe in der letzten Zeit sehr viele Bücher von ihm gelesen (unter anderem "Eines Menschen Flügel", das mich wirklich sehr fasziniert hat).
Ich bin ein großer Fan von Andreas Eschbach und habe in der letzten Zeit sehr viele Bücher von ihm gelesen (unter anderem "Eines Menschen Flügel", das mich wirklich sehr fasziniert hat).
Ein Mann erwacht aus dem Koma in einem seltsamen runden Raum. Er weiß nicht, wo er ist oder wer er ist. Drei Robot-Arme sorgen für seine Gesundheit.
Wie soll man denn über ein Buch schreiben, das so beginnt, ohne irgend etwas vorwegzunehmen und damit viel von der Spannung wegzunehmen?
Ich versuche es so: Es ist eine Geschichte über unfreiwilliges Heldentum. Über Angst vor Zurückweisung und die Suche nach Anerkennung. Eine Geschichte über völlig unerwartete interstellare Freundschaften und interkulturellen Humor.
Kafkas Verwandlung andersrum: Jim Sams (bei Kafka war es Gregor Samsa), die Kakerlake, findet sich plötzlich nach dem Aufwachen im Körper des britischen Premierministers wieder. Nach einer kurzen Eingewöhnugnszeit stellt er fest: Auch fast alle seine Kabinettskollegen sind ehemalige Kakerlaken. Sie kennen sich aus in 10 Downing Street, denn schon immer haben sie hier gelebt, wenn auch in anderen Körpern. Sie wissen, was zu tun ist, und sie haben einen Auftrag von ihren Artgenossen.
Das Buch von Luisa Neubauer und Alexander Repenning ist ein wissenschaftlich fundierter und persönlich packender Appell, alles für die Zukunft der Menschheit zu tun. Sehr lesenswert!
Was wäre, wenn Sir Charles Babbage seine (theoretisch tatsächlich funktionsfähige) „analytical engine“ in den 1840ern erfolgreich zu Ende entwickelt hätte? Wenn es Computer schon einhundert Jahre früher gegeben hätte? Was wäre, wenn das Deutsche Reich führend gewesen wäre in Sachen „Komputer“, wenn es schon im Kaiserreich ein „Weltnetz“ und ein „Deutsches Forum“ gegeben hätte und praktisch jeder in Deutschland schon um 1930 ein tragbares Telephon gehabt hätte?
„Eine Aussteigerin packt aus“: Ich war zwar interessiert, aber zunächst doch sehr skeptisch. Solche Berichte von Aussteigern können ja schnell auch zu einer emotionalen Generalabrechnung werden. Und auch auf den ersten Seiten, in der Einleitung, klingt es auch fast so:
In der Kleinstadt North Bath fühlen sich die Menschen im Vergleich zum blühenden Nachbarort ziemlich abgehängt. Das Leben geht seinen Gang, man schlägt sich irgendwie durch, auch wenn hochfliegende Pläne immer wieder von irgendwelchen Unglücken zunichtegemacht werden.
Die großen Kirchen in Deutschland sind politisch. Regelmäßig erheben sie – sehr oft in ökumenischer Eintracht – ihre Stimme zu aktuellen Themen, um die christliche Sicht einzubringen. Oft bei Umweltthemen und Fragen der sozialen Gerechtigkeit. In letzter Zeit vermehrt in Flüchtlingsfragen.
Nicht allen, auch nicht allen Christen, gefällt, was die „Kirchenoberen“ da zu sagen haben. Immer wieder kommt der Appell, die Kirche möge sich doch zurückhalten und sich um „das Eigentliche“ kümmern, also um das Seelenheil der ihr anvertrauten Menschen. Ist das wirklich getrennt zu haben von den Fragen nach einem menschenwürdigen Leben, nach Bewahrung der Schöpfung, nach Gerechtigkeit und nach Schutz von Menschen auf der Flucht?
Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit, natürlich eine generelle und hasserfüllte Ablehnung des Islam. Eine für mich ans Irrationale grenzende Ablehnung von Homosexualität und „Ehe für alle“. Die völlig abstrusen Vorwürfe, die verfasste Kirche setze alles daran, unsere „abendländische“ Kultur zu vernichten: Alles das erlebe ich als Pfarrer immer wieder gerade bei Menschen, die sich Christen nennen. Für viele, auch für mich, ist absolut klar: Das Menschenbild der AfD, erst recht der NPD und ähnlichen Parteien ist mit dem christlichen nicht vereinbar. Doch offensichtlich ist das nicht so common sense, wie ich gerne denken würde.
Seit ihrer Gründung steht die selbst ernannte „Alternative für Deutschland“ in einem seltsamen Spannungsverhältnis zu den christlichen Kirchen. Ähnlich wie „Pegida“ (mit der sie nun ja offiziell zusammenarbeitet) unter anderem angetreten, um das „christliche Abendland“ gegen angebliche Islamisierung und überhaupt gegen alle Neuerungen unserer ach so sittenverfallenen Zeiten zu verteidigen, bekommt sie doch von den großen Kirchen praktisch nur Widerspruch.
Unterleuten ist ein kleines, verschlafenes Dorf in Ostdeutschland. Die größte Attraktion der Gegend ist noch ein Vogelschutzgebiet für die seltenen Kampfläufer – ansonsten scheint hier nicht viel los zu sein.
Immer, wenn die alte Selma von einem Okapi träumt, stirbt jemand im kleinen Dorf im Westerwald. Luise, ihre Enkelin, ist gerade zehn, als der Tod durch die Tür tritt. Alle hatten sich nach Selmas Traum vorbereitet, hatten letzte Wahrheiten ausgetauscht, die sie immer für sich behalten hatten. Selbst der Optiker hätte sich beinahe gegen seine inneren Stimmen durchgesetzt und Selma seine Liebe gestanden, die doch für das ganze Dorf so offensichtlich ist …
Auf dieses Buch bin ich aufmerksam geworden durch eine Meldung, die AfD wolle es verbieten. Genauer gesagt: Beatrix von Storch wollte gerichtlich gegen eine Aussage im Buch vorgehen und den Verkauf stoppen lassen. Na, dann doch schnell zugegriffen – mir schien das ja eher ein Qualitätsmerkmal zu sein.
Dieses Buch erzählt die Geschichte von Eleanor Maud Portman von ihrer frühen Kindheit an. Aus der Sicht der Erwachsenen erzählt sie, was sie als Kind erlebte. Sie erzählt von Freundschaft, von plötzlichen Abschieden, von neuen Lebensabschnitten. Und von der ganz besonderen Geschwisterliebe zu ihrem älteren Bruder.
Harold Fry, seit einigen Monaten im Ruhestand, ist ein völlig unauffälliger, geradezu langweiliger Mensch. Nie ist er in seinem Berufsleben aufgefallen. Mit seiner Frau Maureen verbindet ihn nicht mehr viel, sie gehen sich aus dem Weg. Sein Leben tröpfelt so vor sich hin.
Fürstenfelde in der Uckermark. Einwohnerzahl: sinkend. Das Dorf schläft, doch einige sind noch wach. Es ist die Nacht vor dem großen Fest, dem Annenfest, das seit Jahrhunderten immer ein besonderer Tag im Dorf war.
Louisa Clark ist eine etwas verpeilte junge Frau, die in einem Ort in der Nähe von London bei ihren Eltern wohnt und in einem Café arbeitet. Sie hat ein nettes, aber irgendwie auch langweiliges Leben. Dann wird ihr Café geschlossen und Louisa muss sich einen neuen Job suchen. Nicht ganz so einfach – doch schließlich wird sie für sechs Monate angestellt, um einen querschnittsgelähmten jungen Mann zu pflegen.
Dass in unserer Weltwirtschaft manches schief läuft, dürfte heutzutage wohl ziemlich jedem klar sein. Dass wir Konsumenten in der „westlichen“ Welt von den miserablen Arbeitsbedingungen in anderen Ländern direkt profitieren, eigentlich auch. Aber wir wollen es lieber nicht hören und spenden höchstens mal ein paar Euro für Brot für die Welt oder kaufen mal zwischendurch einen fair gehandelten Kaffee.
Nach dem „begrabenen Riesen“, der mich sehr fasziniert hatte, wollte ich unbedingt nochmal ein Buch von Kazuo Ishiguro lesen. Die Wahl fiel relativ zufällig auf dieses Buch: Die Ungetrösteten.
Und das Buch hatte mich schon von den ersten Seiten gepackt. Allerdings auf eine sehr, wie soll ich sagen: Seltsame Art. Denn es ist einfach rätselhaft, völlig unverständlich, was hier geschieht.